Auch im 2017: Lese-Empfehlungen. Was denn sonst?

Willkommen im 2017!

Gerne heisse ich Sie auch im 2017 herzlich willkommen auf meiner Website – danke für Ihren Besuch! Falls Sie sich am heutigen Tag noch mit Lesen beschäftigen können und wollen, hier drei Empfehlungen:

Im Anschluss an meinen Hinweis auf das Interview mit der Historikerin Anne Applebaum, das sich mit der Trump-Zukunft auseinandersetzt, bin ich auf diesen Beitrag von George Soros, 86, gestossen, einem der 30 reichsten Männer der Welt. Er ist Chairman des Soros Fund Management sowie Chairman der Open Society Foundations. Der Pionier der Hedge-Fund industrie hat diverse Wirtschaftsbücher geschrieben, gilt als engagierter Demokrat und kann sich den Untergang der EU sehr gut vorstellen… Sein Kommentar trägt den Titel «Open Societies Need Defending» und beginnt so:

Open societies are in crisis, and various forms of closed societies – from fascist dictatorships to mafia states – are on the rise. Because elected leaders failed to meet voters’ legitimate expectations and aspirations, electorates have become disenchanted with the prevailing versions of democracy and capitalism.

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In der NZZ vom 2. Dezember 2016 ist eine Sprachglosse erschienen, die ich Ihnen gerne empfehle. Dort schreibt NZZ-Redaktor Urs Bühler in seinem Beitrag «Apostrophitis und andere Seuchen» unter anderem:

Ob man nun liest, dass «Verheiratete weniger häufig sterben als alleinstehende Personen», «der Druck auf die Schulleitern steigt», «die Bevölkerung abgenommen hat» (in Zeiten der Fettleibigkeit) oder «ein im Auto mitfahrender Hund die Stadtpolizei in Obhut nehmen konnte»: Es wird einem bewusst, wie eng formale Liederlichkeit und gedankliche Trägheit verbrüdert sind.

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Neben dem täglichen Ärger über diese Verbrüderung und nach dem verwirrenden Entscheid für das deutsche «Wort des Jahres 2016» hat mich diese Abhandlung, der die NZZ immerhin eine ganze Seite widmet, dazu motiviert, für das «Journal 21» vom 31. Dezember etwas zum Thema Sprache zu schreiben: «Tatort Sprache»:

Im Anfang war das Wort, philosophiert Goethes Faust, entscheidet sich dann aber für die Tat. Wo beides zusammenkommt, gibt es das „Wort des Jahres”.

PS: Sollten Sie eine knackige neue Bezeichnung für «Teilzeit» finden, lassen Sie es mich wissen, ja?