Im Fokus: Menschenrechte

Elie Wiesel: "The opposite of love is not hate but indifference."

Eli Wiesel: „The opposite of love is not hate but indifference.“

Elie Wiesel
1929-2016
Zeitzeuge, Menschenrechtsaktivist, Schriftsteller

Elie Wiesel: Ein Holocaust-Überlebender, der sich sein Leben lang für Menschrechte, Frieden und ganz einfach menschlichen Anstand eingesetzt hat, ist Ende Juni im Alter von 87 Jahren gestorben – und mit ihm das „Gewissen der Welt“, wie Präsident Obama es ausgedrückt hat.

Der Sohn einer jüdischen Familie aus den rumänischen Karpaten durchlebt als Teenager Auschwitz und Buchenwald.

In der Nachkriegszeit wendet er sich der französischen Kultur und Sprache zu, die auch in seiner US-amerikanischen Wahlheimat (1963 eingebürgert) sein literarisches Ausdrucksmittel bleiben wird.

Die Erlebnisse seiner Kindheit und Jugend hat er als Romanautor in verschiedenen Werken verarbeitet; sein Erstlingswerk (1955) «Die Nacht» thematisiert, wie seine Familie ins Konzentrationslager gebracht worden ist.

Seine Erfahrungen mit der KZ-Haft, die moralischen Probleme eines Überlebenden und die philosophische Verzweiflung angesichts des Versuchs, Gott und Genozid miteinander zu vereinbaren, sind die Themenkomplexe, die der Schriftsteller anschaulich und prägnant in seinen Romanen behandelt.

Der Friedensnobelpreisträger (1986) war ebenfalls aktiv und erfolgreich im Aufspüren von Nazi-Verbrechern. Und er war Realist: Bereits Anfang dieses Jahrtausends hat er seine Befürchtungen geäussert, dass «die Geister der Vergangenheit wieder erwachen», die abschreckende Wirkung des Holocaust allmählich nachlässt und der Antisemitismus erneut auch in Europa zunimmt.

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Die Schweiz sagt JA zu einer Menschenrechtsinstitution

Der Bundesrat hat die Einrichtung einer nationalen Menschenrechtsinstitution beschlossen. Diese 
soll die Menschenrechte 
in der Schweiz weiter stärken, die Behörden, Organisationen der Zivilgesellschaft und Unternehmen im Menschenrechtsbereich unterstützen und den Austausch zwischen den relevanten Akteuren fördern, so heisst es in der Medienmitteilung des Bundes vom Mittwoch.

Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement und das Eidgenössische Departement für aus­wärtige Angelegenheiten wurden beauftragt, dem Bundesrat bis Ende Juni 2017 eine Vernehm­lassungsvorlage zu unterbreiten. Mehr

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