Die neuen Väter: Ein Thema mit Breitenwirkung

Die neuen Väter: Familie gewinnt an Wertschätzung

Wenn ein Thema im Publikum angekommen ist, wird es in populären Medien mit hoher Auflage und grossem Aufmerksamkeitsfaktor bald einmal abgehandelt. Das passiert aber erst dann, wenn man auch sicher sein kann, dass das breitgefächerte Publikum mit dem Thema vertraut ist. So geschehen in Woche 46, als innerhalb von drei Tagen die Schweizer «Coopzeitung» und die «Schweizer Illustrierte» beide ihre Titelseiten den „neuen Männern“ gewidmet haben – und im redaktionellen Teil natürlich die entsprechenden Texte dazu.

coop_mann_in_der_krise„Mann oh Mann! Vom Patriarchen zum Sitzpinkler“ heisst die reisserische Titelgeschichte in der Coopzeitung. Der Mann in der Krise. Das klassische Männerbild hat Risse bekommen. Im Gegensatz zu früher, als seine Rolle klar definiert war, sieht sich der Mann heute mit einem Wust an Ansprüchen und Wünschen konfrontiert.“

Ein Wust von Ansprüchen und Wünschen? Nun, das ist für Frauen nichts Neues, daran sind wir gewöhnt. Und wenn wir klug sind, werden wir nicht Gleiches mit Gleichem vergelten und schadenfroh kichern, sondern Bewältigungsstrategien mit den Männern teilen und ihnen helfen, in ihre neue Rolle hineinzuwachsen – und sich darin wohlzufühlen.

 

Auch der umfangreiche SI-Beitrag könnte Entwicklungshilfe bringen. Hier berichten nämlich nicht nur „neue Väter“ darüber, wie sie mit ihrer Rollenverschiebung umgehen, sondern auch der angesehene Headhunter Guido Schilling gibt Auskunft darüber, wie die Unternehmen mit diesen neuen Männern und ihrer Prioritätensetzung klarkommen. Hier ein Auszug aus dem Interview mit diesem Kenner der Szene:

die_neuen_vaeter_SI„In meiner Jugend haben wir uns über den beruflichen Erfolg definiert. Bei den heutigen Arbeitnehmern zwischen 25 und 35 Jahren ist das komplett anders. Sie wollen mehr als nur beruflichen Erfolg. Und nicht nur von morgens früh bis abends spät im Büro sein.

Zukunftsorientierte Firmen haben das erkannt. Sie wissen, dass sie nur dann hervorragend ausgebildete Menschen gewinnen können, wenn sie alternative Anstellungsmodelle anbieten – wie etwa Teilzeitarbeit, Mobile Working und Topsharing bei Führungspositionen. Bei diesen Firmen werden die Jungen arbeiten wollen. Solche Modelle sind die Zukunft.“

Zu diesen Firmen gehören, gemäss Schilling, nach den Vorreitern IBM und Microsoft unter anderem bundesnahe Unternehmen wie Post, Swisscom und SBB, aber auch andere Grossunternehmen wie die Mobiliar oder Axa sowie Grossbanken wie UBS und CS.

Na also, geht doch.