Archiv für den Bereich Futurama

Arbeiten und Wohnen im selben Ort

Hier sind bereits Coworking Partner am Wirken

Standorte der Coworking Villages

Zukunft der Arbeit: Arbeitsweg von 15 Minuten?

„Der tägliche Strom an Pendlern stammt von einem Muster aus der Industriellen Revolution, als die Menschen erstmals zur Arbeit dahin fahren mussten, wo die Maschinen standen: in die Fabrik. Noch heute pendeln wir in diese ‚Fabriken‘ obwohl fast die Hälfte aller Arbeitnehmer ihre Arbeit von irgendwo aus erledigen könnten. Wir können uns diesen Automatismus nicht mehr leisten.“ (ORGANISATOR, Newsletter 29. Juli 2016)

Ursachenerforschung statt Symptombekämpfung: Die neu gegründete VillageOffice Genossenschaft, ein Partnerprojekt der UNO Sustainable Development Goals, will das Pendelproblem an der Wurzel packen: Menschen sollen künftig dort arbeiten können, wo sie wohnen. Dafür erstellt die Genossenschaft ein schweizweites Netzwerk an VillageOffices: gemeinschaftlich genutzte Arbeitsorte im Zentrum von Dörfern, kleinen Städten und Vororten.

Präsident der Genossenschaft ist David Brühlmeier. „Ich bin neun Jahre lang von Fribourg nach Zürich gependelt und habe mich sehr über den Zeitverlust genervt. Meine Lösung damals? Wir brauchen schnellere Züge!“ Irgendwann hat er sich dann gefragt, ob Pendeln überhaupt sinnvoll sei, und seine Antwort war: “Nein.“ DAnn hat er die Konsequenzen aus diesem „Nein“ gezogen: „Wir erleben momentan einen Umbruch, wie wir ihn zum letzten Mal mit der Industriellen Revolution erlebt haben. Ich möchte meinen Beitrag leisten, diese neue Gesellschaft positiv zu prägen. Dafür braucht es neue Arbeitsformen und neue Organisationen. Beides setzen wir mit VillageOffice um.“

Hier finden Sie Details zu Angebot und Mitarbeitern.


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MEGATREND «New Work»: Führen mit Verantwortung

Die drastischen Veränderungen in der Arbeitswelt machen Führen zu einer echten Herausforderung. Management gilt inzwischen als Auslaufmodell, Leadership hingegen gewinnt an Boden und erfordert ein Mehrfaches an Verantwortung als die Führungsmodelle, die auf hierarische Strukturen setzen. Gabriele Fischer, Chefredaktorin des renommierten Business Magazins «brand eins», hat dazu einmal folgende Überlegungen angestellt:

„Es war einmal ziemlich schön, Chef zu sein. Man bekam ein Eckbüro, eine Topfpflanze, eine Gehaltserhöhung und allein des Titels wegen mehr Respekt. Man kannte sein Arbeitsfeld, konnte sich auf seine Erfahrung verlassen, führte mit Anweisungen. Und wenn man sich nicht allzu blöd anstellte, ging es weiter bergauf.
Das ist lange her.“

Die CEO-Position unterliegt ebenso dem Wandel wie die Gegebenheiten der work force generell; um so wichtiger wird die Suche nach den „richtigen“ Mitarbeitern wie auch der Entscheid für die entsprechende Person. Im Wettbewerb um die besten Nachwuchskräfte nimmt eine Führungskraft eine Schlüsselstellung ein – um so bedauerlicher, dass viele Führungskräfte dies offenbar noch nicht gemerkt haben.

Dazu zwei Artikel, die dieses Versäumnis und seine Konsequenzen thematisieren:

„Arbeiten 4.0“: So versagen die Chefetagen

Arbeitsprozesse werden dank der Digitalisierung transparenter und flexibler. Das erfordert auch einen neuen Managementstil gegenüber den Mitarbeitern. Doch in den Führungsetagen ist diese Erkenntnis noch längst nicht angekommen.

Was MINT-Fachkräfte von ihren Arbeitgebern erwarten

Unzufriedenheit am Arbeitsplatz: Eine Studie der Hochschule Luzern und der Berner Fachhochschule zeigt: MINT-Fachkräfte möchten ihre Kompetenzen durch herausfordernde Fach- und Projektaufgaben weiterentwickeln, wünschen eine partizipative Führungskultur und flexible Arbeitsmodelle. Ihre Erwartungen werden aber oft nur unzureichend erfüllt.


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MEGATREND «Silver Society»: Facts & Figures

Die Schweiz ergraut besonders stark

In fast allen reichen Ländern steigt der Anteil der alten Menschen. In der Schweiz zeigt sich der Trend aber besonders stark: 2050 werden die über 65-Jährigen fast 30 Prozent der Bevölkerung stellen.

Die Schweiz wird zunehmend ein Land von alten Leuten. Im Jahr 2050 werden 28 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre oder mehr zählen. Somit gehört die Schweiz zu den Ländern, welche am stärksten ergrauen, wie die Grafik des Datenportals Statista zeigt. Noch stärker steigt der Anteil der Senioren in Deutschland, dort wird Mitte des Jahrtausends sogar fast jeder dritte Einwohner zu den Alten zählen.

Der Extremfall ist Japan: Schon heute gehören 27 Prozent der Bevölkerung zur Generation 65 Plus. 2050 werden es laut Schätzung der OECD sogar 39 Prozent sein. In Ländern wie den USA oder Mexiko entwickelt sich der Trend hingegen viel sanfter: Nur 16 Prozent der Mexikaner werden zur Jahrtausendmitte im Seniorenalter sein.

In Uri geben Senioren den Ton an

Auch die Schweiz ergraut nicht überall gleich stark. So wächst die Zahl der Rentner zwar fast in allen Kantonen. In abgelegenen Gegenden steigt das Durchschnittsalter aber deutlich stärker als in den Städten: So werden in den Kantonen Uri, Tessin, Ob- und Nidwalden und Graubünden Senioren in dreissig Jahren die Mehrheit stellen. In Zürich, Genf oder dem Waadtland erwarten die Statistiker hingegen keine so drastische Alterung.
Quelle: Mathias Brandt, Statista/mbü (Handelszeitung, 24. 5. 2016)

Höchste Zeit also, alte Begriffe wie Rentenalter, Zwangspensionierung, Altersguillotine oder Bezeichnngen wie „Greis“ aus dem Vokabular zu nehmen. Wer könnte sich auch schon leisten, eine solch grosse Gruppe der Bevölkerung „zum alten Eisen zu werfen“?

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Im Fokus: Menschenrechte

Elie Wiesel: "The opposite of love is not hate but indifference."

Eli Wiesel: „The opposite of love is not hate but indifference.“

Elie Wiesel
1929-2016
Zeitzeuge, Menschenrechtsaktivist, Schriftsteller

Elie Wiesel: Ein Holocaust-Überlebender, der sich sein Leben lang für Menschrechte, Frieden und ganz einfach menschlichen Anstand eingesetzt hat, ist Ende Juni im Alter von 87 Jahren gestorben – und mit ihm das „Gewissen der Welt“, wie Präsident Obama es ausgedrückt hat.

Der Sohn einer jüdischen Familie aus den rumänischen Karpaten durchlebt als Teenager Auschwitz und Buchenwald.

In der Nachkriegszeit wendet er sich der französischen Kultur und Sprache zu, die auch in seiner US-amerikanischen Wahlheimat (1963 eingebürgert) sein literarisches Ausdrucksmittel bleiben wird.

Die Erlebnisse seiner Kindheit und Jugend hat er als Romanautor in verschiedenen Werken verarbeitet; sein Erstlingswerk (1955) «Die Nacht» thematisiert, wie seine Familie ins Konzentrationslager gebracht worden ist.

Seine Erfahrungen mit der KZ-Haft, die moralischen Probleme eines Überlebenden und die philosophische Verzweiflung angesichts des Versuchs, Gott und Genozid miteinander zu vereinbaren, sind die Themenkomplexe, die der Schriftsteller anschaulich und prägnant in seinen Romanen behandelt.

Der Friedensnobelpreisträger (1986) war ebenfalls aktiv und erfolgreich im Aufspüren von Nazi-Verbrechern. Und er war Realist: Bereits Anfang dieses Jahrtausends hat er seine Befürchtungen geäussert, dass «die Geister der Vergangenheit wieder erwachen», die abschreckende Wirkung des Holocaust allmählich nachlässt und der Antisemitismus erneut auch in Europa zunimmt.

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Die Schweiz sagt JA zu einer Menschenrechtsinstitution

Der Bundesrat hat die Einrichtung einer nationalen Menschenrechtsinstitution beschlossen. Diese 
soll die Menschenrechte 
in der Schweiz weiter stärken, die Behörden, Organisationen der Zivilgesellschaft und Unternehmen im Menschenrechtsbereich unterstützen und den Austausch zwischen den relevanten Akteuren fördern, so heisst es in der Medienmitteilung des Bundes vom Mittwoch.

Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement und das Eidgenössische Departement für aus­wärtige Angelegenheiten wurden beauftragt, dem Bundesrat bis Ende Juni 2017 eine Vernehm­lassungsvorlage zu unterbreiten. Mehr

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Wenn Bildung nicht einfach vom Himmel fällt

Liyjon DeSilva, Lee High School Houston, lfreut sich auf den nächsten Schritt

„Ich würde diese Zeit nicht als schlecht oder schrecklich beschreiben, denn ich habe auch viel gelernt“, sagt Liyjon DeSilva, ein obdachloser High School Student aus Houston, über seine Jahre ohne Zuhause. „Ich habe viele Überlebensstrategien gelernt. Das Leben ist einfacher geworden für mich.“

Dass er als Obdachloser soeben unter den besten fünf Prozent seines Jahrgangs abgeschlossen hat, ist seinem Lernwillen, seiner Selbstdisziplin und seiner Resilienz zu verdanken. Ein bemerkenswertes Plädoyer für Bildung – mit einem happy end.

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Was motiviert Arbeiterkinder zu einem Studium?

Es ist eine große Ungerechtigkeit im Bildungssystem: Akademikerkinder gehen häufiger an die Uni als Abiturienten, deren Eltern nicht studiert haben. Nun zeigt eine Studie, was dagegen hilft.

Ob ein junger Mensch den Plan fasst zu studieren, hängt stark von seinem Elternhaus ab: 84 Prozent der Abiturienten aus akademischen Familien streben an die Uni, während es in nichtakademischen Familien nur 72 Prozent sind.

Eine Ursache dafür sehen Experten darin, dass angehende Abiturienten abhängig vom Bildungshintergrund ihrer Eltern unterschiedlich über Kosten, Finanzierung und Nutzen eines Studiums informiert sind. Eine Langzeitstudie belegt nun diese These mit neuen Daten. Mehr

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Megatrend «Silver Society» – silber auch für Arbeitnehmer?

In einer Befragung des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU) aus Bonn klingt an, dass der Arbeitsmarkt in Zukunft keine scharfen Altersgrenzen mehr zieht. 80 Prozent der knapp 200 befragten Personalberater sind demnach davon überzeugt, dass sich die Jobchancen von Menschen jenseits des 50. Lebensjahres mit Berufserfahrung in den kommenden Jahren verbessern werden.

Das klingt gut. Aber ist das wirklich so? In diesem Artikel auf  «ZEIT ONLINE» finden Sie Hintergrundinformation.

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Prognosen zu den Weltreligionen

Religionen haben massiv an Bedeutung zugenommen

Religion, Glaubensfreiheit, Säkularisierung: Noch Ende des vergangenen Jahrhunderts hätte man meinen können, diese Themen seien für westliche Gesellschaften passé. Heute sähen wir, sagt David Bosshart, CEO am GDI Gottlieb Duttweiler Institut, dass Religion wieder massiv an Bedeutung gewonnen habe.

Alan Cooperman vom Pew Research Center hat die Fakten dazu: Am GDI lieferte er am 13. Juni einen globalen Ausblick in die Zukunft der Weltreligionen. Gestützt auf demografische und Migrationsdaten sagt er, welche Religionen zulegen und welche verlieren werden.

Wie das unter anderem auch für die Schweiz aussieht, erfahren Sie in dem Interview, das er dem GDI-Team gegeben hat (Englisch).


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Der Anfang vom Ende der Workaholic-Kultur?

Credit Suisse führt das Zwangswochenende ein

Investmentbanker gelten als Workaholics. Dem möchte man bei Credit Suisse einen Riegel schieben, und zwar mit dem «Protecting Friday Night»-Erlass: Von Freitagabend bis Sonntagmittag, so die neue Vorschrift, ist das Büro für die Angestellten tabu.

Auf diese Weise will die Bank einerseits vom Workaholic-Image in diesem Geschäftszweig wegkommen. Andererseits soll diese Massnahme den Personalabfluss dämpfen. Der Erlass mit dem vielsagenden Namen «Protecting Friday Night» wurde den Angestellten der Abteilung Investmentbanking und Kapitalmärkte Europa, Naher Osten und Asien am 23. Mai per e-Mail zugestellt.   Mehr


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Die Zukunft der Weltreligionen – am GDI

Religion, Glaubensfreiheit, Säkularisierung: Noch Ende des vergangenen Jahrhunderts hätte man meinen können, diese Themen seien für westliche Gesellschaften passé. Heute sähen wir, sagt David Bosshart, CEO am GDI Gottlieb Duttweiler Institut, dass Religion wieder massiv an Bedeutung gewonnen habe.

Alan Cooperman vom Pew Research Center hat die Fakten dazu: Am GDI liefert er einen globalen Ausblick in die Zukunft der Weltreligionen. Gestützt auf demografische und Migrationsdaten sagt er, welche Religionen zulegen und welche verlieren werden.

Wenn sich die heutigen globalen Trends fortsetzen, prognostiziert Cooperman für 2050 Entwicklungen wie diese:

  • Muslime werden 10 % der Bevölkerung Europas ausmachen und weltweit mit den Christen gleichziehen
  • Vier von zehn Christen werden in der Sub-Sahara-Region Afrikas leben
  • Hinduismus und Judentum werden global zulegen

Wie werden diese Trends die westlichen Gesellschaften beeinflussen? Was bedeuten sie für die globalen Handelsbeziehungen? Und wie verändert das alles die globale Politik?

 

Informationen

  • Datum: 13. Juni 2016, 17.30-20.30 Uhr
  • Gebühr: CHF 190.–
  • Ort: GDI Gottlieb Duttweiler Institute, Langhaldenstrasse 21, 8803 Rüschlikon
  • Sprache: Englisch (Simultanübersetzung in Deutsch)

 


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Industrie 4.0 und die Suche nach sozialer Innovation

Warum befürwortet das Silicon Valley eigentlich ein bedingungsloses Grundeinkommen? Warum ausgerechnet auch erzliberale, meritokratische Thinktanks? Und warum sträuben sich Gewerkschaften, die die Umverteilung sonst befürworten, gegen die Idee?

Es geht um mehr als um das Grundeinkommen. Arbeit und Verdienst sind zunehmend entkoppelt. Zwanzigjährige werden über Nacht Milliardäre, Uber ist mit nur 5000 Festangestellten mehr als 50 Milliarden Dollar wert, und Roboter übernehmen Jobs. Wer zahlt morgen meinen Lohn – und wofür?

Am 4. Mai 2016 sind im GDI an einer reichbefrachteten Konferenz zur Zukunft der Arbeit die radikalsten Positionen aufeinandergetroffen. Wenn Sie nicht dabei sein konnten oder einzelne Beiträge in Ruhe weiterverarbeiten wollen: Hier geht’s zum Livestream und anderen Videos von der Konferenz.


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