Archiv für allg. Posts im Bereich EuroKultur

Weihnachtsüberraschung: Ihr Abend mit Heinrich Heine?

Noch nie hatte ich so viele persönliche Reaktionen auf eine Ausschreibung wie für den «Heine-Abend» vom 22. Oktober: Absagen aus Termin-, Krankheits- oder Abwesenheitsgründen, mit grossem Bedauern sowie der Frage, ob ich diese kommentierte Lesung noch einmal veranstalte, weil die Verhinderten Heine unbedingt näher kennenlernen und sich dafür gleich anmelden wollten.

Aus meinem damaligen spontanen „Nein“ ist inzwischen ein überlegtes „Ja“ geworden. Nach dem erfolgreichen Oktober-Anlass biete ich also die Begegnung mit einem Dichter, den Sie entweder gar nicht kennen, bisher nicht richtig einordnen konnten oder sogar ablehnten, im Januar 2016 nochmals an, mit veränderten Koordinaten:

  • in kleinem Kreis im Stadtbüro an der Niederdorfstrasse 90
  • mit einem Alternativdatum: Dienstag, 12.1. oder Donnerstag, 21.1.
  • zu einem Spezialpreis von CHF 80.00 (inkl. Apéro).

Das ideale Weihnachtsgeschenk für Menschen, die einen zeitlosen Dichter&Denker der deutschen Literatur näher kennenlernen wollen. Falls gewünscht, können Sie einen Geschenkgutschein bestellen (Bestellung bis Freitag, 18. 12., 17.00 Uhr).

Die Platzzahl ist begrenzt, und die Anmeldung muss bis spätestens Mittwoch, 30. 12., 12.00 Uhr, erfolgen.


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Joan Miró im Kunsthaus Zürich

Nur noch bis zum 24. Januar 2016…

Die Ausstellung «Joan Miró – Mauer, Fries, Wandbild» präsentiert Mirós Wandbilder im Kontext seines Gesamtwerks und eröffnet ein neues Verständnis für seinen Zugang zur Malerei. Sie veranschaulicht gewisse Konstanten der künstlerischen Laufbahn Mirós, nicht zuletzt die zutiefst monumentale Qualität seiner Kunst und die Vorliebe des Künstlers für grosse Formate. mehr

Katalog, Eintritt, Öffnungszeiten während der Feiertage u.a.m. finden Sie hier.


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In memoriam: Helmut Schmidt

Helmut Schmidt
1918-2015
Der “Weise von der Elbe”, Vollblutpolitiker, Ikone

Spontan ein paar Empfehlungen, falls Sie den deutschen Alt-Bundeskanzler näher kennenlernen wollen:

unser_jahrhundertEin lesenswerter Nachruf, der seine politischen Highlights beleuchtet, mit dem bezeichnenden Titel „Seine Pflicht erkennen und tun“

Ein Buch (eins von vielen)

Ein Zitat, das u.a. zeigt, warum ihn nicht alle mochten:
“Die heutige politische Klasse in Deutschland ist gekennzeichnet durch ein Übermass an Karrierestreben und Wichtigtuerei und durch ein Übermass an Geilheit, in Talkshows aufzutreten.”

 

mogadischuEin Film, der die Stunden seiner schwersten Entscheidung ungeheuer spannend illustriert

 

 

 

 

 

helmut_schmidt_ZEITDie ZEIT  hat sich von ihrem ehemaligen Herausgeber mit einer Extra-Ausgabe verabschiedet, deren Reinerlös  der Helmut-und-Loki-Schmidt-Stiftung zugute kommt, und auf ZEIT ONLINE finden Sie eine Reihe von Stellungnahmen zum Tode eines Mannes, der auch viel Zitierbares produziert hat, wie z.B.: „In der Politik hat keine Emotion und Leidenschaft Platz ausser der Leidenschaft zur Vernunft.“

 


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"Die Worte und die Küsse sind wunderbar vermischt…"

die worte und die kuesseWas für ein Titel für einen Reclam-Band! Und was für ein Reclam-Band! Auf 234 Seiten bietet der Verlag, den die meisten Menschen nur durch seine gelben Heftchen kennen, dieses Heine-Lesebuch, das jede Menge Gedichte, Aphorismen, Briefe und Prosa aus den kritischen Schriften enthält – man kann sich darin verlieren. Wenn ich die vielen angestrichenen Stellen in meiner Ausgabe anschaue, muss ich mich ziemlich oft verloren haben…

Wenn Sie Ihr Rendezvous mit Heinrich Heine einhalten wollen, ist es allerhöchste Zeit, sich anzumelden – wir haben nur noch fünf Plätze zu vergeben.

Seien Sie dabei, wenn Heine die Worte und die Küsse auf wunderbare Weise vermischt (er war auf beiden Gebieten begabt!) – und stossen Sie nach meiner Abschiedsvorlesung mit mir an: Es ist meine letzte öffentliche EuroKultur-Vorlesung…

Hier geht’s zur Anmeldung.

 


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"Humor als selbstverständliche Komponente"

der_fall_heine„Heine war der erste grosse deutsche Poet, der nicht nur gelegentlich humorvolle Gedichte schrieb, der es vielmehr gewagt hat – und das war damals ein Wagnis –, den Humor zur selbstverständlichen Komponente seiner Poesie und seiner Prosa zu machen. Seine Lyrik ist empfindsam und doch sarkastisch, leidenschaftlich und zugleich ironisch, sie ist oft traurig und dennoch komisch. Sein Humor hat dazu beigetragen, dass der Deutsche und der Jude Heine von ganz Europa akzeptiert und nicht selten sogar geliebt wurde.
Mehr noch: In ihm, dem Heimatlosen, dem Emigranten, hat Europa eine Zentralfigur der zeitgenössischen Literatur, einen Weltpoeten gesehen.“ («Der Fall Heine»; dva, 1997)

Marcel Reich-Ranicki (1920-2013), der leidenschaftliche und wortgewaltige Literaturkritiker, vor dessem kritischen Verstand nur wenige Werke bestehen konnten, hat Heine und sein Werk geliebt. Und der grosse Fritz Stern, Gast bei Barbara Bleisch in der «Sternstunde Philosophie» vom 6. September (sehenswert!), hat das auf seine Art auch getan: Er hat, wie er uns wissen lässt, Deutschland in den 30er Jahren verlassen mit „Hass im Herzen und Heine im Gepäck“.

Und was bedeutet Heine IHNEN? Finden Sie es heraus am Donnerstag, 22. Oktober, 17.30-19.30 Uhr, wenn Sie „einen Abend mit Heinrich Heine“ verbringen können (Anmeldung).


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Museumsherbst 2015: Basel, Berlin, Zürich

Nicht selten endet ein Herbstspaziergang in einem Museum. Das wird auch in diesem Herbst nicht anders sein, und da wird in diesem Jahr einiges geboten:

  • In Zürich können Sie sich anhand von 150 Fotografien und einem beeindruckenden Begleitprogramm darüber wundern, wie sehr sich Begriff und Konzept von «Arbeit» gewandelt haben.
  • Berlin lockt Sie mit einem Ausflug in das Florenz der Renaissance, wo der Maler Sandro Botticelli einer der angesagtesten Maler war.
  • Basel führt Sie noch weiter zurück in die Vergangenheit: Hier erfahren Sie, welch kostbare Fracht das bisher älteste Schiffswrack geladen hatte – und warum soviel Kunst und Luxusgut im 1. Jahrhundert auf dem Mittelmeer unterwegs war.

Eine persönliche Auswahl. Sicher finden Sie noch andere Ausstellungen, auch In kleineren Museen oder Orten, wie zum Beispiel die Ausstellung «Geld» in Lenzburg, die aufgrund des grossen Interesses bis Juni 2016 verlängert worden ist. Dort können Sie sogar Ihre Eintrittsgebühr selbst bestimmen: am Ende der Ausstellung entscheiden Sie nämlich, was der Besuch Ihnen wert war…

Geniessen Sie den Herbstspaziergang wie auch die Tatsache, dass wir in einem Umfeld leben, das uns solch spannende Kunstgenüsse bietet!

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Antikenmuseum Basel: Sensationelle Ausstellung

das_versunkene_wrackAntikenmuseum Basel

27. 9. 2015 bis
27. 3. 2016

 

 

Der versunkene Schatz. Das Schiffswrack von Antikythera

Als erstes Museum ausserhalb Griechenlands zeigt das Antikenmuseum Basel eine Ausstellung über das bedeutendste antike Schiffswrack, das man bisher entdeckt hat: Das sogenannte Wrack von Antikythera. Zu sehen ist die sensationelle Fracht des Schiffs: Meisterwerke der griechischen Kunst und Technologie, unter anderem eine rätselhafte Maschine, bestehend aus bronzenen Zahnrädern.

„Der sogenannte Mechanismus von Antikythera gilt als eine Art Urcomputer und als eine der wichtigsten Entdeckungen in der Geschichte der Archäologie. Was man alles genau damit machen konnte, darüber rätseln Forscher bis heute. Klar ist, dass der Apparat ein Modell ist für die Bewegungen von Sonne und Mond und damit eine Art Kalender. Mit Rekonstruktionen und Videos bringen wir den Besuchern dieses geheimnisvolle Instrument näher.

Die Basler Ausstellung präsentiert nicht nur die sensationelle Schiffsladung, sondern erzählt, warum das Schiff von Griechenland auf dem Weg nach Rom war: Im 1. Jh. v. Christus war Rom zur neuen Weltmacht aufgestiegen; die Römer importierten Luxuswaren für ihre Villen, aber auch Technologie aus Griechenland, die ihnen half, ihre Vormachtstellung zu behaupten.“

Weitere Information zu Eintrittspreisen, SBB-Spezialarrangements, Öffnungszeiten etc. finden Sie hier.


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Sandro Botticelli in der Gemäldegalerie Berlin

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Er ist einer meiner absoluten Lieblingsmaler: Sandro Botticelli (1445-1510), der zu den bedeutendsten Künstlern der Renaissance zählt. Wenige Alte Meister sind heute so populär wie der Florentiner Maler. Allerdings ist diese Berühmtheit Botticellis kaum selbstverständlich. Der Künstler ist nach seinem Tod zunächst in Vergessenheit geraten und wurde erst im 19. Jahrhundert wiederentdeckt.

gemaeldegalerie_botticelliVom  24. September 2015 bis 24. Januar 2016 zeigt die Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin das Ausstellungs-Highlight «The Botticelli Renaissance». Erstmals wird das Schaffen Botticellis – mit mehr als 50 Werken – in einer Ausstellung in Bezug gesetzt zu seinen Aneignungen und Interpretationen. mehr


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Die Russen und Wir

ZEIT_die_russen_und_wirEin ZEIT GESCHICHTE-Heft über eine ganz besondere Beziehung

Deutsche und Russen: Seit Jahrhunderten bewundern und befehden sie einander. Schon im Mittelalter trieben sie Handel, immer wieder bekriegten sie sich, und doch können sie nicht ohneeinander. Bis heute sind Russland und Deutschland aufs Innigste verbunden – in Freundschaft und Feindschaft.

Angesichts der derzeitigen Spannungen zwischen Russland und „dem Rest der Welt“ eine ZEITgemässe Lektüre!


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"Man kann es nie vergessen"

Screenshot 2015-09-04 15.26.09_gelb„Wir reden immer ÜBER Flüchtlinge, nur selten MIT ihnen“, meinte ein Gesprächsteilnehmer in einer der zahlreichen ZDF-Sendungen zum derzeit brisantesten Thema.

Stimmt. Aber vermutlich könnten auch die Wenigsten ihre Geschichte überhaupt erzählen, denn sie sind sprachlich, physisch oder psychisch dazu vielfach gar nicht in der Lage.

Aus der Distanz von vielen Jahrzehnten habe ich versucht, meine eigene Flüchtlingssituation am Ende des Zweiten Weltkriegs in Worte zu fassen – stellvertretend für die Sprachlosen.


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