Archiv für allg. Posts im Bereich EuroKultur

Paris: Die Louvre-Saga (für virtuelle Reisende)

Ein Symbol für französische Geschichte

Das Palais du Louvre war mittelalterliche Festung, feudale Trutzburg, Renaissance-Palast, königliche Residenz, Sitz der Académie Française, Machtzentrale der Französischen Revolution und erstes öffentliches Museum des Landes. Zwischen den Anfängen im 12. Jahrhundert unter König Philipp II. bis zur Glaspyramide von Ieoh Ming Pei, die 1989 eröffnet wurde, liegt ein langer Weg, auf dem sich der Louvre immer wieder verändert und vergrössert hat.

Acht Jahrhunderte lang machten Könige, Kaiser und Architekten den Louvre und die angrenzenden Tuilerien zur Dauerbaustelle. An den Mauern des Palais lässt sich die Geschichte Frankreichs ablesen. Und das können Sie tun, indem Sie sich die aufwendige, zweiteilige Dokumentation auf arte tv «Die Louvre-Saga» anschauen: knappe zwei Stunden Geschichte, Politik, Kunstgeschichte, Baugeschichte und Innovation. Sehenswert, aber nur bis zum 7. September zu sehen!

Menschen, die sich dafür interessieren, wie man ein Grossprojekt eine lange Entstehungszeit hindurch begleitet, um am Ende ein einmaliges Resultat zu präsentieren, sei besonders das letzte Drittel der zweiten Folge empfohlen, wo es um den Zusatzbau der Pyramide geht, die alles andere als unumstritten war. Grossprojekte dieser Art entstehen nicht über Nacht, sondern erfordern Durchhaltevermögen, Kommunikationstalent und Leidenschaft…

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London: „Turmbau zu Tate“

Bild: Iwan Baan

Bild: Iwan Baan

„Was ist das Geheimnis dieses Museums?

Es ist Mittagszeit, und vor den Eingangstüren der Tate Gallery of Modern Art sitzen laut schwatzende Schulkinder auf dem Boden und essen Pausenbrote. Liebespaare treffen sich hier zum Date. Passanten suchen in der Eingangshalle vielleicht nur Schutz vor dem Londoner Platzregen – und betrachten dann doch die neue Baumskulptur von Ai Weiwei. Hier wird gelebt, die Menschen treten in Kontakt mit zeitgenössischer Kunst.

 Wie schafft die Tate das nur?

Als die Tate Modern vor 16 Jahren öffnete, veränderte sie die Kunstrezeption in Europa. Nicht nur dass Großbritannien nun etwas hatte, das mit dem Centre Pompidou in Paris und dem Museum of Modern Art (MoMA) in New York mithalten konnte. Die Tate Modern brach alle Besucherrekorde und wurde zum weltweit meistbesuchten Museum für moderne Kunst.“

Lesen Sie mehr von der begeisterten Carola Padtberg-Kruse, London, in diesem SPIEGEL ONLINE-Beitrag über den Erweiterungsbau der Tate Modern.


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In memoriam Fritz Stern

Fritz Stern (1926-2016)

Ein grosser Europäer ist nicht mehr. Wenn Sie ihn noch einmal hören wollen, sollten Sie die «Sternstunde Philosophie» des Schweizer Fernsehens SRF vom 6. September letzten Jahres nicht verpassen, die einfühlsam von Barbara Bleisch moderiert und so eingeführt wurde:

“Er floh mit «Hass im Herzen und Heine im Gepäck» vor den Nazis nach New York. 1989 plädierte er für eine «zweite Chance für Deutschland». Die hart erkämpfte Freiheit sieht der renommierte Historiker heute aber beidseits des Atlantiks bedroht. Barbara Bleisch im Gespräch mit Fritz Stern.”

Und wenn Sie wissen wollen, was dieser kluge Historiker in seinen Memoiren zum Beispiel über Deutschland zu sagen hatte, empfehle ich Ihnen seine «Erinnerungen», die unter dem Titel «Fünf Deutschland und ein Leben» veröffentlicht worden sind.

 

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Zwei Ausstellungen: April 2016 bis Januar 2017

Nach Obama kommt Niki de Saint-Phalle
26. April 2016 bis 29. Januar 2017

Wohin? Nach Hannover natürlich.

Die "Sphinx" in der Ausstellung "Niki de Saint Phalle - The Big Shots", dahinter die Kuratorin der Ausstellung, Carina Plath (Quelle: picture-alliance / dpa, Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa)

Die „Sphinx“ in der Ausstellung „Niki de Saint Phalle – The Big Shots“, dahinter die Kuratorin der Ausstellung, Carina Plath (Quelle: picture-alliance / dpa, Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa)

 

Unter dem Titel „130% Sprengel“ startet das Sprengel Museum Hannover eine grosse Sammlungspräsentation. Zum Auftakt sind Werke der Malerin und Bildhauerin Niki de Saint Phalle zu sehen. Für die Ausstellung „The Big Shots“ konnte die Museumsleitung aus einem reichen Fundus schöpfen: Die Künstlerin hatte im Jahr 2000 der Stadt Hannover, mit der sie eng verbunden war, über 400 ihrer Werke geschenkt. Knapp 20 davon sind nun ausgestellt.

Übrigens: Wenn Sie Niki de Saint-Phalle nicht kennen und auch nicht nach Hannover wollen, können Sie einen Eindruck ihres Schaffens in der Zürcher Hauptbahnhofshalle gewinnen. Dort hängt nämlich eine ihrer berühmten Kreationen: eine «Nana».

Adresse
Sprengel Museum Hannover
Kurt-Schwitters-Platz
30169 Hannover

T (0511) 168 – 4 38 75
F (0511) 168 – 4 50 93
Bildung und Kommunikation: T (0511) 168 – 4 46 46
Sprengel-Museum@Hannover-Stadt.de

Eintrittspreise
Vom 26. April bis 2. Juni 2016:

Eintritt frei

Sammlung des Museums und Sonderausstellungen:
7 Euro, ermässigt 4 Euro
Freitags freier Eintritt

Ermässigter Eintritt:
Schüler ab 13 Jahre, Auszubildende und Studierende, Wehr-/ersatzdienstleistende, Arbeitslose und Senioren ab 65 Jahren

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„Europas Neue Alte“ im Museum für Europäische Kulturen Berlin
29. April 2016 – 26. Januar 2017

ingemar_73_motorradAlt – das sind immer nur die anderen. Deshalb wollte das Museum Europäischer Kulturen in Berlin einmal genau hinschauen: Wie leben Menschen, die älter sind als 65? Wovon träumen sie, wohin reisen sie?

Für ihre Dokumentation hat die Fotografin Gabriele Kostas Protagonisten aus 13 Ländern Europas ausgesucht. Bedingung: sie sollten sie in der Lage sein, einen Fragebogen selbstständig auszufüllen.

Am unterschiedlichsten waren die Vorlieben beim Essen – das reichte von Speckbrot bis Biogemüse. Identisch waren Antworten zur Mode: möglichst normal. Fotos und Texte ergänzen sich jetzt zu einer Ausstellung, die Auskunft gibt über die aktiven, produktiven und häufig noch berufstätigen neuen Alten in Europa.

Adresse Besuchereingang
Lansstraße 8 / Arnimallee 25
14195 Berlin
eingeschränkt rollstuhlgeeignet
Tel 030 – 266 42 42 42 (Mo – Fr, 9 – 16 Uhr)

 Öffnungszeiten
Mo geschlossen
Di – Fr 10:00 – 17:00 Uhr
Sa/So 11:00 – 18:00 Uhr

Öffnungszeiten an Feiertagen unter Besuch planen
Kassenschluss jeweils 30 Minuten vor Schließung des Museums

Preise / Tickets
Museen Dahlem
8,00 EUR, ermäßigt 4,00
Jahreskarte Staatliche Museen zu Berlin
Ab 25,- EUR

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Kindheit in der Malerei

Sie „müssen“ in den nächsten Monaten nach Paris?

Anlässlich der Ausstellung „L’art et l’enfant“ im Pariser Musée Marmottan Monet (10. März bis 3. Juli 2016) mit Meisterwerken von Cézanne über Manet, Monet, Matisse und Renoir bis hin zu Picasso, zeigt ARTE diese begleitende Dokumentation. Darin wird das Motiv der Kindheit in der europäischen Malerei vom Mittelalter bis in die Moderne beleuchtet.

Sie dürfen/können in den nächsten Monaten NICHT nach Paris?

Dann empfehle ich Ihnen als kleine Kompensation die fast einstündige Sendung, die Sie hier abrufen können. Es lohnt sich – mit oder ohne Paris!

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Pipilotti Rist im Bührle-Saal des Kunsthauses

pipilotti_rist_ausstellungSie ist erst die zweite lebende Schweizerin, die alleine im grossen Bührle-Saal des Zürcher Kunsthauses ausstellen darf – eine Auszeichnung also für eine Künstlerin, die bewusst auf Konventionen verzichtet, Tabus bricht und damit anecken will. Man muss die (Video-)Kunst von Pipilotti Rist nicht unbedingt mögen, aber man muss anerkennen, dass sie „es“ geschafft hat. Die Schweizer Künstlerin, die weltweit für ihre Videoinstallationen und -objekte beachtet und ausgezeichnet wird, verwandelt den grossen Ausstellungssaal (über 1000 Quadratmeter gross) in eine Gesamtinstallation.

Eine gute Vorbereitung auf den Ausstellungsbesuch ist die Würdigung der NZZ vom 26. Februar, wo es heisst:

„… also liegt der Gedanke nahe, dass es vielleicht immer noch um Emanzipation geht, darum, mit seinem Körper aus irgendwelchen Zwängen auszubrechen, sich in Freiheit zu hüpfen.
Dieser trotzige Gestus war wohl auch der Grund, warum man im Kunsthaus ausgerechnet im Dada-Jahr eine Ausstellung mit Pipilotti Rist auf die Agenda nahm. Doch im Unterschied zu den Dadaisten, die sich im fremden Zürich ziemlich frei gefühlt haben müssen und folglich in ziemlicher Beliebigkeit agieren konnten, ist bei Rist immer der Wunsch spürbar, zu gefallen und das Gute zu tun.“

Auch „der Rest“ des Rezensionstextes ist lesenswert:

Und wer wissen will, wie es überhaupt zu dieser Ausstellung gekommen ist und wie lange die Vorbereitungen dazu gedauert haben, wird Freude haben an einem anderen Artikel in der NZZ, der ziemlich detailliert die Entstehung schildert.

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Dada auch im Landesmuseum

dadaNur noch kurze Zeit

Auch das Landesmuseum befasst sich intensiv mit «100 Jahre Dada» – allerdings nur bis zum 28. März.

Das Museum bietet eine Fülle von Anlässen und versucht, auch Familien und Jugendlichen den Zugang zu dieser Kunstrichtung zu ermöglichen. Und es gibt öffentliche wie auch private Führungen.

Und falls Sie Ende März noch nicht genug von Dada haben, können Sie vielleicht noch ein Billett für eine Veranstaltung mit Juri Steiner im Rahmen der Zürcher Festspiele ergattern…

Weitere Ausstellungen und Veranstaltungen im Rahmen des Dada-Jubiläums finden Sie hier.

 

 

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„Welches Land wollen wir sein?“

flyer_offene_gesellschaft_kleinAusgehend von Diskussionen in Deutschland, findet am Samstag, 6. Februar 2016, im Zürcher Grossmünster eine Diskussionsrunde zur Frage «Welches Land wollen wir sein?» statt.
Es disktutieren u.a. Matthias Binswanger (Das Magazin), Matthias Daum (Die ZEIT) und Katja Gentinetta (Politische Philosophin).

Weitere Informationen


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Ein Dada-Unikat – zuerst in Zürich, dann in New York

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«Dadaglobe Reconstructed»

Das hat es noch nie gegeben, und die Kreation ist so wichtig, dass die Ausstellung nach Zürich ans MoMA in New York geht:
Dadaglobe Reconstructed: Unter diesem Titel sind über 200 Kunstwerke und Texte versammelt, die Tristan Tzara 1921 von Künstlern aus ganz Europa zugeschickt worden sind. Dieses epochale, aber bisher nie publizierte Buchprojekt findet im 100. Jubiläumsjahr von Dada endlich seine Verwirklichung. Mehr

 

 

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Kunsthaus Zürich: Februar-Highlights

bevor_dada_da_warAb 5. Februar in Zürich
Zürich feiert 100 Jahre Dadaismus

Seit der Gründung des Cabaret Voltaire, 1916 in Zürich, gibt es eine internationale künstlerische Bewegung, die als Protest gegen die Verheerungen des Weltkriegs, die Institutionalisierung der Kultur, die Zweckgebundenheit der Kunst und die Perfektion der Technik eine Hinwendung zum scheinbar Sinnlosen fordert:

  • Zufall und Spontaneität werden zum Gesetz dieser Anti-Kunst, die gegen bürgerlich-konformistische Kunstideale rebelliert.
  • Ausdrucksform: Collagen und willkürlich assoziierte Wort- und Silbenreihen in traumhaft-alogischer Verknüpfung; die inhaltliche Aussage der Werke tritt in den Hintergrund gegenüber dem Spiel mit der Form.
  • Wichtige Persönlichkeiten: Hans Arp, Sophie Taeuber-Arp, Hugo und Emmy Ball, Marcel Duchamp, Max Ernst, George Grosz, Richard Huelsenbeck, Marcel Janco, Francis Picabia, Kurt Schwitters, Tristan Tzara.
  • Orte: Zürich, Berlin, Paris und New York. Mehr

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26.02.16-08.05.16
Pipilotti Rist

Ebenfalls im Kunsthaus Zürich bis Anfang Mai:
Pipilotti Rist (*1962) ist eine wegweisende Figur der Videokunst und hat sich mit ihren sinnlich-unverfrorenen Videoinstallationen international einen Namen gemacht. Unterhaltsam, ironisch und selbstbewusst befasst sich die Künstlerin in ihren Videoinstallationen mit Konventionen und Tabus. Mehr

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