April 2016: Shakespeare und die Wissenschaft

Shakespeare (wer immer das war) ist tot. Seit 400 Jahren. Es lebe Shakespeare!

Wer war er nun, der Grosse von Stratford-on-Avon? Wir wissen es immer noch nicht, aber der 400. Todestag am 23. April hat wiederum zu allen möglichen Theorien Anlass gegeben. Eine der interessantesten brachte brachte die britische Zeitung MIRROR ins Gespräch:

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Könnte es sein, dass die „Shakespeare“-Stücke von einer Frau verfasst worden sind?

Die Offenbarung, dass eine Frau Shakespeares Stücke geschrieben hat, hätte die damalige Gesellschaft in den Grundfesten erschüttert. Trotzdem: Eine Vermutung geht dahin, dass es sich bei der Verfasserin um Amelia Bassano Lanier handelt, einer Dichterin am Hof von Elizabeth I., die in einigen seiner Sonnette als “The Dark Lady” vorkommt.

Warum gerade sie? Sie war eine Zeitgenossin und eine begabte Dichterin. Besonders wichtig: Sie kam aus einer begüterten Familie, aus der besseren Gesellschaft also, und war vertraut mit Sprache und Gebräuchen dieser Gesellscchaftsklasse. Zusätzlich hatte sie Hebräischkenntnisse und kannte Italien, wo viele Shakespeare-Stücke spielen, denn sie kam aus einer Familie von venetianischen Juden, die nach London übersiedelt waren.

Werden wir je wissen, ob es DEN Shakespeare, den wir „kennen“ und verehren, gegeben hat, oder ob er als Strohmann fungierte für jemanden, von dem die Gesellschaft nicht wissen durfte, dass er ein Stückeschreiber war? Lassen wir die Wissenschaftler weiter forschen, aber inzwischen kann man staunen, wie zeitlos die Stücke sind – und wie wenig die Menschheit sich verändert hat.

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